Weg zur Wahrheit

Röm. 4,7 «Selig sind die, welchen die Übertretungen vergeben und deren Sünden zugedeckt sind;  8 selig ist der Mann, welchem der Herr die Sünde nicht zurechnet!»

Joh. E. Keller

 

Daniel        Band 1

Daniel, der selbstlose Prophet Gottes und gottesfürchtige Staatsmann

Daniel erlebt den Zusammenbruch des Volkes Gottes, den Anfang der Herrschaft der vier Weltreiche und die Wiederherstellung seines Volkes nach der siebzigjährigen Babylonischen Gefangenschaft

Es ist gewiß nicht ohne besondere Bedeutung, daß wir in dem Bericht Daniels, der Wort Gottes geworden ist, von diesem göttlichen Werkzeug schon am Anfang das Ende seines Lebens aufgezeichnet finden. Das ist gewiß etwas ganz Sonderbares. Wir sind gewöhnt, Anfang und Ende einer Sache am bestimmten Platz zu finden. Wenn hier beides zusammengebracht ist, der Anfang und das Ende dieses Knechtes Gottes, so ist das bestimmt kein Zufall.

Der Prophet Daniel ist eine besondere Gestalt im Worte Gottes. Wir finden ihn unter drei von Gott Ausgezeichneten. Gott selbst hat Daniel, Hiob und Noah zusammengestellt. Im Schriftzeugnis hat Daniel zunächst nur geschichtlich seinen Platz an einem Wendepunkt gefunden. Daniel lebte bis in das erste Jahr des Königs Kores, und er ist der Vertreter einer Zeit des Überganges von einer Zeitepoche in eine andere. Er erlebt den Zusammenbruch der Herrschaft des Südreiches Juda. Dieses Reich hörte in den Tagen Daniels auf zu bestehen. Das Volk Gottes war dazu bestimmt, nicht der Schwanz unter den Völkern, sondern das Haupt zu sein. Durch sein Volk hatte Gott seine Offenbarung den Menschen gegeben, dadurch hat er seinen Willen und Ratschluß den Menschen kundgemacht. Daniel erlebte nun den Zusammenbruch seines Volkes. Er mußte es praktisch miterleben, wie Gott seinen Knecht aus einem anderen Volke nahm. Bis dahin gehörten die Knechte Gottes immer dem Volke Gottes an. Bis dahin hatte Gott seine Gnadenabsichten durch sein Volk ausgeführt. Das hatte nun aufgehört. Schon vierhundert Jahre hatte Israel keinen Propheten mehr. Das Wort Gottes, das durch Prophetenmund vermittelt war, ist während dieser langen Zeit verstummt. Nun

Seite 4

war auch das Letzte, was Gott dienen sollte, die Königsmacht, von seinem Volke genommen.

Dagegen wird der babylonische König Nebukadnezar von Gott als sein Knecht bezeichnet. Die Zeit der Heiden hatte damit begonnen. Nebukadnezar, der Knecht Gottes, mußte Gottes Willen ausführen, indem er Jerusalem, die Hauptstadt, belagerte und das Volk Gottes besiegte. Der Herr gab Jojakim, den König von Juda, in seine Gewalt  -  so lautet das Zeugnis im Anfang dieses Buches.

Nebukadnezar hat dem Obersten seiner Kämmerer, Aspenas, befohlen, daß etliche Jünglinge, an denen kein Mangel war, die schön von Gestalt waren, Intelligenz für jeden Wissenszweig, scharfen Verstand und Fassungskraft besaßen und tüchtig waren, in des Königs Palast kämen, und daß man sie in der Schrift und Sprache der Chaldäer unterwiese. So kam auch Daniel nach Babel. Er mußte nicht nur den Sieg Nebukadnezars über das Volk Israel miterleben, sondern diesem Knechte Gottes, der an dem Platz war, wo er eigentlich nicht hingehörte, sogar dienen.

Die Stellung, die Nebukadnezar einnahm, gehörte in Wirklichkeit dem König des Volkes Gottes. David war der Mann nach dem Herzen Gottes, der König des Volkes Gottes. Seine Nachkommen waren die von Gott bestimmten göttlichen Werkzeuge, durch die er seinen Willen ausführen wollte. Nun mußte aber ein Babylonier, ein Heide, vorübergehend diesen Platz einnehmen. Gott selbst gab ihm diesen Platz, und damit hatte er sein Volk und seinen Knecht, den König seines Volkes, verworfen.

Was es für Daniel und für die Jünglinge aus dem königlichen Geschlecht, die die göttliche Ordnung kannten und beständig das göttliche Urteil vor Augen hatten, bedeutete, daß er sein Volk und ihren König verworfen hat und einen Heiden, der vom Volke Gottes verachtet war, erwählt und an den Platz gestellt hatte, an dem der Gesalbte seines Volkes war, kann nur von ihrem Boden aus ermessen werden. Die-sem Heiden mußten die drei Jünglinge aus dem israelitischen königlichen Samen dienen.

Daniel lebte bis in das erste Jahr des Königs Kores, dem Gründer des zweiten, des medo-persischen Weltreiches. Daniel lebte länger als der König Nebukadnezar. Er lebte während der ganzen Regierungszeit dieses Königs. Nach ihm regierten noch zwei seiner Nachkommen. Drei Geschlechter regierten das erste Weltreich von der Zeit an, als der König

Seite 5

Nebukadnezar der Knecht Gottes geworden war und als solcher die Weltherrschaft der vier Weltreiche begonnen hatte. In der Zeit des dritten Herrschers brach dann diese babylonische Macht zusammen, sie wurde von den Medo-Persern zertrümmert.

Das alles hat Daniel erlebt. Er war es, der dem babylonischen König das an die Wand geschriebene Urteil: „Gezählt, gezählt, gewogen und geteilt” verkünden und erklären konnte. Er überlebte dieses Weltreich, dessen Anfang er als Gottes Strafe und Züchtigungsgericht über sein Volk miterlebt hatte. Er lebte bis in das erste Jahr des Königs Kores, bis die Weltmacht und -herrschaft der Medo-Perser aufgerichtet wurde. Er lebt auch noch mit den Siegern zusammen, die das erste der vier Weltreiche, Babylon, den hauptsächlichsten Feind des Volkes Gottes, zertrümmerten.

Wir dürfen nicht annehmen, daß es belanglos ist, wenn am Anfang dieser Geschichte die Schlußverse des ersten Kapitels uns sagen, wie lange dieser Mann Gottes, Daniel, gelebt hat, nämlich bis in das erste Jahr des Königs Kores. Das ist eine Einschaltung, die weder mit dem Vorhergesagten noch mit dem Nachfolgenden im Zusammenhang steht. Dem Schriftzusammenhang nach gehören diese Worte gar nicht hierher.

Solche Einschaltungen veranlassen manche Schriftforscher, solche Bücher als unecht hinzustellen, weil etwas eingefügt wurde, das nicht in den Zusammenhang gehört. Gerade das, was uns als zusammenhangslose Einschaltung erscheint, beweist, wie wenig geschickt wir sind, das überschauen und durchschauen zu können, was Gottes Wort als Anfang und Ende zusammengestellt hat. Wir brauchen nur die Eigentümlichkeit zu beachten, daß Nebukadnezar, der bitterste Feind des Volkes Gottes, das göttliche Werkzeug war, um das Volk Gottes zu demütigen und zu zerstören. Wenn Gott solche Gerichte ausführt, braucht er Engel des Unglücks  - nicht des Glückes -  Feindesgewalten, um das, was er strafen will, weil es Strafe verdient hat, vor seinen Augen zu beseitigen.

Wir beachten solche klaren Tatsachen im Worte Gottes so wenig und vergessen, daß alles, was in den früheren Zeiten geschah, und was schon aus alter Zeit im Worte Gottes niedergeschrieben ist, uns zur Belehrung überliefert wurde. Wir achten wenig darauf, daß Gott immer nach den gleichen Gesetzen handelt. Darum geschieht nichts Neues unter der Sonne. Wenn sich auch die Verhältnisse zu den verschiedenen Zeiten noch so verschieden gestalten, so ist es doch im Grunde die Gesetzmäßigkeit Gottes, die wir in seinem Verhalten zu den Menschen

Seite 6

von der Zeit der ersten Menschen an durch alle Geschlechter hindurch, wahrnehmen können. Wenn das Volk Gottes so von Gott gestraft wird, entspricht das auch der persönlichen Erfahrung, wie die Bibel es uns aus alter Zeit berichtet. Wir wundern uns manchmal, daß die Gerichte so ausfallen. Wir bedenken dabei zu wenig, daß es bei Gott keinen Zufall gibt, daß er vielmehr in seinem Handeln planmäßig und zielbewußt vorgeht und daß er zur Ausübung seiner Gerichte die entsprechenden von ihm bestimmten Werkzeuge hat.

In der Zeit des zweiten Weltreiches ging von dem König der Medo-Perser Kores der Befehl aus, daß das Volk Israel, das siebenzig Jahre in der Babylonischen Gefangenschaft war (die Zeit ist durch den Propheten Jeremjas vorausgesagt worden), nach Ablauf dieser siebenzig Jahre wieder in sein Land zurückkehren und dort den Tempel Gottes wieder bauen sollte, um für den König und sein Reich Gott die Anbetungsstätte aufzurichten, die Opfer darzubringen und den üblichen mosaischen Gottesdienst zu verrichten.

Diese Zeit mußte Daniel auch noch erleben, wenn auch nur den Anfang davon. Wenn er auch nur bis ins erste Jahr des Königs Kores lebte, so erlebte er doch wieder die Zeit, in der nicht mehr die gleiche Feindschaft gegen das Volk Gottes vorhanden war, wie zur Zeit Nebukadnezars, des Knechtes Gottes, in der Zeit des ersten Weltreiches. So hat Daniel das Ende des Zusammenbruchs des Volkes Gottes und den Anfang seiner Wiederherstellung, seines wieder erfolgenden Aufstiegs, in seiner Person zusammengefaßt.

Wir können nun verstehen, warum im 1.Kapitel dieses Buches nicht nur der Anfang aus dem Leben dieses Knechtes Gottes berichtet, sondern auch auf sein Ende hingewiesen ist.

Wir finden aber in Daniels Leben noch eine andere Eigenart. Daniel ist nicht nur von Gott mit der nötigen Weisheit ausgerüstet worden, um ein tüchtiger Staatsmann zu sein. Es will scheinen, daß, nachdem Gott sein Volk strafen mußte, indem er die Macht und Herrschaft von ihm weggenommen und den Heiden in die Hände gegeben hatte, er auch die Führer dieses gottesfeindlichen Volkes zur Zeit der bittersten Feindschaft gegen das Volk Gottes und somit auch gegen die göttliche Ordnung nicht ohne Einfluß von seiner Seite bestehen ließ. So hat Gott mit dem Zusammenbruch der Macht des Volkes Israel seinem Knechte Nebukadnezar, dem Heiden, dem Feinde des Volkes Gottes, einen Daniel, einen Mann Gottes, zur Seite gestellt. Dadurch war Nebukadnezar nie ohne göttlichen Einfluß, nachdem das Reich des

Seite 7

Volkes Gottes, des Volkes Israel, nicht mehr war und die Macht der Herrschaft über die Welt in den Händen der Heiden lag. Gott führte es so, daß auch diese Heiden unter einen bestimmten göttlichen Einfluß kommen mußten, der von Männern ausging, die dem Volke Gottes angehörten. In der Folgezeit, in dem zweiten Weltreich der Medo-Perser, finden wir den von Israel und von Männern des Volkes Gottes ausgehenden Einfluß noch viel stärker wirksam im Leben der die Königsherrschaft ausübenden Persönlichkeiten.

In der Zeit des dritten Weltreiches der Griechen war das wiederhergestellte Südreich Juda wieder ein wirksamer Faktor, mit dem auch die herrschenden Fürsten in jenem Reiche beständig rechnen mußten.

Und im vierten Weltreich, im römischen, das letzten Endes in Europa heute noch besteht, hat die Verbreitung des Evangeliums des Sohnes Gottes, der der Welt das Heil in der Zeit dieses Weltreiches gebracht hat, seine Entfaltung erfahren.

Wie wunderbar sind die Wege unseres Gottes! Gewiß wäre es dem Volke Gottes nie in den Sinn gekommen zu denken, daß Gott je in der Welt könnte durch Heiden wirken. Sie waren sich in ihrer Stellung so sicher, daß sie das von Gott auserwählte Volk sind; ihnen hatte Gott die Weltmacht und -herrschaft in die Hände gelegt. Sie mußten nach dem ihrem Vater Abraham zugesprochenen Erbe, daß er die Welt besitzen werde, ihre Herrschafts- und Machtstellung für alle Ewigkeit besitzen und behalten. Sie hätten es wohl besser wissen können; Gott hat sie von Anfang an nicht in Unklarheit gelassen; er hat ihnen durch Moses schon ihre Hartherzigkeit und Halsstarrigkeit aufs gründlichste gezeigt. Er hat ihnen gezeigt, wie sie durch Nöte hindurch müssen, wie sie von den Feinden besiegt, unter alle Völker zerstreut, bedrängt und bedrückt werden müssen, wie sie auf alle nur denkbare Art und Weise um ihres Ungehorsams willen die göttliche Züchtigung und Strafe noch siebenmal stärker als gewöhnlich erleiden mußten, bis sie ihre Schuld erkennen und einsehen und ihren Gott von ganzem Herzen suchen würden; dann würde er sich doch wieder in seiner großen Gnade und Barmherzigkeit finden lassen; er würde am Ende ihnen doch seine Gnade erweisen, indem er sie wohl züchtigen, aber nicht hinwegraffen würde. Sie glaubten aber, sie würden in der Machtstellung, in der Herrschaft als Volk ununterbrochen, für immer, bleiben. Es könnte nicht geschehen, nicht möglich sein, daß, weil das Heiligtum Gottes bei ihnen war, mit ihrer Verwerfung dieses Heiligtum könnte zertrümmert werden.

Seite 8

So täuschen sich die Menschen immer; das Volk Gottes macht es zu jeder Zeit gleich, und die Kinder Gottes machen es ebenso. Entweder ist das Kind Gottes hochmütig, indem es sich einbildet, es könnte nie fehlen, es würde immer groß, erhaben und obenauf sein - oder aber es ist so verzweifelt und verzagt, daß es sich überhaupt nicht mehr an Gottes Verheißung hält, daß es sich so benimmt, als ob Gott keine Gnade, keine Barmherzigkeit erweise, als ob es bei ihm nur Strafe, Verderben, Vernichtung gebe, aber keine Gnade, kein Erbarmen. Nach der einen Seite sieht man nur Herrlichkeit und meint, es gäbe bei Gott für das Kind Gottes überhaupt nichts als Herrlichkeit, und nach der andern Seite sieht das Kind Gottes nur verdammendes Gericht um menschlicher Schuld und Untreue willen, so daß es ihm scheint, es gäbe bei Gott überhaupt nichts anderes als Verdammnis und Vernichtung  -  und keine Gnade, kein Erbarmen um seiner Herrlichkeit willen.

Das Wort Gottes hat aber noch eine andere Seite als die natürliche. Noch in einem anderen Sinne ist Daniel der Vertreter einer großen Zeitenwende, in der einerseits der Zusammenbruch, andererseits die Wiederherstellung des Volkes Gottes erfolgt.

Das Buch Daniel wird hauptsächlich darum so viel angetastet, weil es im prophetischen Zeugnis die alte und die neue Zeit  - Ende und Anfang -  darstellt. So wie Daniel im Irdischen der Vertreter einer Zeitenwende ist, so ist er es auch im Geistigen durch die ihm gegebene Offenbarung. Denn das, was er offenbaren muß, führt auch zur geistigen, vollkommenen Wiederherstellung, so daß er auch in geistiger Beziehung Anfang und Ende in der Weise ist, daß sich beide berühren: Ende und Anfang.

Es ist wichtig zu beachten, daß auch Daniel eine innere Entwicklung durchlebte. Wir dürfen die Entwicklungsstufe, in der er uns jeweils entgegentritt, nicht außer acht lassen. Wir sehen Daniel immer seiner Entwicklungsstufe entsprechend: den Jüngling, der lieber auf die Speise des Königs verzichtete, als sich damit zu verunreinigen, oder als einen Mann voll Weisheit und Einsicht, der vom König anerkannt wird, oder in der Löwengrube, wo Gott ihn wunderbar erhält, indem er den Löwen den Rachen zuhält, oder endlich als den Propheten der Staatsmänner, der ihnen die göttlichen Gesichte und Urteile vermitteln mußte.

Wir müssen in der Schrift etwas beachten, dem wir gewöhnlich zu wenig Aufmerksamkeit schenken. Wenn wir uns einerseits einbilden, daß wir unbedingt Haushalter Gottes sein müßten, daß Gottes Vorsatz ohne uns nicht in Erfüllung gehen könnte, oder wenn wir andererseits

Seite 9

dann so verzweifelt am Boden liegen, daß wir uns schon als abgeschnittene Schosse am Weinstock unseres Gottes wissen, so kommt diese Einseitigkeit nur daher, weil wir zum Wort Gottes eine falsche Stellung einnehmen. Wir stehen dem Schriftzeugnis ebenso einseitig gegenüber, wie wir selbst einseitig sind. Kein Kind Gottes ist etwas anderes als das, was es geworden ist. Das Kind Gottes macht sich selbst zu dem, was es ist; es hat es in seiner eigenen Hand, seine Entwicklung zu bestimmen; es kann dieselbe durch rechte oder durch falsche Stellung zum Wort Gottes und zum Geiste Gottes bestimmen.

Wenn das Kind Gottes die rechte Stellung zum Worte Gottes und zum Geiste Gottes einnimmt, dann schafft es sich eine dem Wort entsprechende, der göttlichen Ordnung gemäße Entwicklung. Wenn es eine falsche Stellung zum Wort und zum Wirken des Geistes Gottes einnimmt, dann ist seine Entwicklung ungesund und verkehrt. Das Kind Gottes ist gar nichts anderes, zu keiner Zeit, als das, wie es sich durch das Wort Gottes und das Wirken des Heiligen Geistes entwickelt und gestaltet hat.

Ein wichtiger Faktor in der Entwicklung eines Knechtes Gottes sind die Persönlichkeiten, die sich vor uns entwickelt haben. Wir haben im Worte Gottes nicht nur göttliche Verheißungen, göttliche Weissagungen, niedergelegte Ordnungen, das alles ist das Geringste im Worte Gottes, wenn es uns auch so vorkommt, als ob es das Wichtigste wäre. Das Wichtigste wird vom Kinde Gottes gewöhnlich verachtet, und das sind die Persönlichkeiten, deren Geschichte im Worte Gottes steht, die Persönlichkeiten, die Gottes Werkzeuge waren, ohne die Gottes Wort, das wir haben, gar nicht hätte zustande kommen können. Was ist größer  -  eine Verheißung, die ein Prophet gibt, oder der Prophet, den Gott zum Offenbarmachen seiner Verheißungen gebraucht hat oder gebrauchen konnte?

Wir brauchen nur zu verfolgen, wie das Wort Gottes entstanden ist. Wir können bei jedem Menschen, der am Worte Gottes seinen Teil beigetragen hat, entdecken, wie das, was er zum Worte Gottes beigetragen hat, seine eigene Entwicklung darstellt. Darum ist es ein großes Verbrechen eines Kindes Gottes, das es am Wort Gottes begeht, wenn es göttliche Werkzeuge einfach verachtet und links liegen läßt; sie haben ihm nichts zu sagen. Es ist so groß in seinen Augen, daß es die Entwicklung derjenigen Persönlichkeiten, die Gott in seinem Wort bestätigt hat, gar nicht zu beachten braucht. Das ist falsch. Das Kind Gottes hätte den größten Vorteil und Halt, so daß es vor satanischer

Seite 10

Verblendung, Irreführung und Täuschung bewahrt wäre, wenn es bei den göttlichen Werkzeugen, die im Wort Gottes legitimiert sind, stehenbleiben würde, nicht nur unter ihrem Wort, das sie gesprochen haben, sondern auch unter ihrem Einfluß, der durch ihre persönliche Entwicklung wirksam wird. Man hört vielfach sagen: Ja, das ist ja nur der Buchstabe. Was sagt uns aber das Wort Gottes? Das Wort Gottes zeigt uns, daß wir ebensolche Werkzeuge sein müssen wie diese im Wort Gottes geschilderten Per-sönlichkeiten.

Abel konnte nur deshalb das göttliche Werkzeug sein, weil er das, was Gott zu Adam und Eva und zu der Schlange gesagt hatte, verstanden, beachtet und sich dazu gestellt hat. Henoch hätte seine Erfahrung nicht bis zur Leibesverwandlung in der Wegnahme von der Erde durchleben können, wenn er sich nicht an die Erfahrung gehalten hätte, die vor ihm Abel durchlebt hat. Noah hätte sein Werk, das Bauen der Arche zur Rettung seines Hauses, nicht ausführen können, wenn er sich nicht an dem genährt hätte, was vor dem Abel und Henoch durch ihre Entwicklung zur Vollendung geführt hat. Und so können wir es im Leben jedes Knechtes Gottes, der durch Glauben und Geduld die Verheißung erlangt hat, wahrnehmen. Sie haben sich an das gehalten, was die treuen Knechte Gottes vor ihnen erlebt und erfahren haben. Nur auf diese Weise kann ein Kind Gottes sicher gehen.

... für Fortsetzung Bücher herunterladen