Weg zur Wahrheit

Röm. 4,7 «Selig sind die, welchen die Übertretungen vergeben und deren Sünden zugedeckt sind;  8 selig ist der Mann, welchem der Herr die Sünde nicht zurechnet!»

Joh. E. Keller

Das Johannesevangelium   1. Band

1.Kapitel

Der Anfang des Heilswaltens Gottes

„Darnach fuhr Jesus über das galiläische Meer bei Tiberias. Und es folgte ihm viel Volk nach, weil sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken tat. Jesus aber ging auf den Berg und setzte sich daselbst mit seinen Jüngern.“ (Joh.1,1-3)  

Die am Anfang von Gott gewirkte Zeugung des Wortes ist die Wahrheit. 

Das Wort als der Anfang ist die Offenbarung Gottes, des Vaters.

Der Apostel Johannes beginnt sein Evangelium mit den Worten:

„Im Anfang war das Wort …“ (1.Joh.1,1)

Und der Anfang des Wortes Gottes, also der Bibel, lautet:

„Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde. Und die Erde war wüste und leer, und es lag Finsternis auf der Tiefe, und der Geist Gottes schwebte über den Wassern. Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht. Und Gott sah, daß das Licht gut war. Da schied Gott das Licht von der Finsternis.“ (1.Mos.1,1-4)

Dieser Bericht vom Anfang der Schöpfung und das Zeugnis, mit dem Johannes das Evangelium einleitet, ergänzen einander. Beide Zeugnisse reden vom Anfang. Wenn der Schöpfungsbericht auf die göttliche Ordnung und die Gottestat hinweist, dann muß dasselbe auch für die einleitenden Worte des Johannes-Evangeliums zutreffen.

Johannes sagt: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.“ (Vers 1)

Anschließend an dieses Zeugnis sagt er weiter: „Alles ist durch dasselbe entstanden; und ohne dasselbe ist auch nicht eins ent­standen, was entstanden ist.“

Wir sehen also, was es bedeutet, wenn es heißt:

„Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde.“ (1.Mos.1,1)

Als Gott den Himmel und die Erde schuf, geschah das, was in Spr.8,22-31 bezeugt ist:

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„Jehova hat mich geschaffen als den Anfang seiner Wege, ehe er was machte, vor aller Zeit. Ich war eingesetzt von Ewigkeit her, vor dem Anfang, vor dem Ursprung der Erde. Als noch keine Fluten waren, ward ich geboren, als die was­serreichen Quellen noch nicht flossen. Ehe die Berge eingesenkt wurden, vor den Hügeln bin ich geboren. Als er die Erde noch nicht gemacht hatte und ihre Fluren, die ganze Masse des Weltenstaubes; als er den Himmel herrichtete, war ich dabei, als er einen Kreis absteckte über der Oberfläche der Gewässer; als er die Wolken droben befestigte, als die Quellen der Tiefe mit Macht hervorbra­chen; als er dem Meer seine Schranke setzte, daß die Wasser seinen Befehl nicht überschreiten möchten, als er den Grund der Erde legte, - da stand ich ihm als Werkmeister zur Seite und war voll Wonne Tag für Tag und spielte vor sei­nem Angesicht allezeit; ich spielte auf seinem Erdkreis und hatte meine Wonne an den Menschenkindern.“ (Spr.8,22-31)

Johannes bezeugt:

„Alles ist durch dasselbe (durchs Wort) entstanden, und ohne dasselbe ist auch nicht eins entstanden, was entstanden ist.“ (vgl.Vers 3)

Das Wort, das im Anfang war und der Anfang ist, das eingesetzt ist von Ewigkeit her vor dem Ursprung der Erde, ist also der Schöpfer alles dessen, was entstanden ist. Wenn Moses sagt:

„Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde.“ (1.Mos.1,1), redet er damit nicht vom Uranfang, sondern nur vom Schöpfungsanfang, als Gott sein Werk mit der Erschaffung des Himmels und der Erde begonnen hat. Der wirkli­che Anfang liegt schon vor dieser Schöpfung. Gott ist ohne Anfang. Aber das Wort Gottes ist der Anfang. Gott hat von Ewigkeit her bestimmt, das Wort aus sich selbst hervorzubringen, sich dadurch zu offenbaren. Darum hat Gott in seinem Schoß das Wort Gottes gezeugt und geboren, also aus sich selbst hervorgebracht.

Dieses Wort Gottes war Gottes Werkmeister. Es stand Gott bei der Schöpfung des Himmels und der Erde zur Seite. Ja, alles, was Gott geschaffen hat, ist durch dieses Wort entstanden, so daß ohne dasselbe auch nicht eins entstanden ist von allem, was besteht. Darum ist jedes Geschöpf dem Wort Gottes verpflichtet, denn sein Dasein hängt vom Worte Gottes ab.

Was sagt es uns nun, wenn eine solche Ordnung besteht, daß Gott sein Wort zu dem Zweck aus sich hervorgebracht hat, um die Schöpfung durch sein Wort zu schaffen? Wenn ein Schöpfer Himmels und der Erde da ist und dieser Schöpfer das Wort Gottes ist, dann muß das Geschöpf in einer untergeordneten Stellung, in einem Abhängigkeitsverhältnis

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zum Schöpfer stehen. Weil das Geschöpf vom Schöpfer abhängig ist, darum ist es dem Schöpfer gegenüber Anerkennung schuldig. Der Schöpfer ist größer als das Geschöpf, und aufgrund dieser Gottesordnung ist das Geschöpf geradeso dem Schöpfer unterworfen, wie das aus dem Schoß des Vaters hervorgebrachte Wort Gottes dem Vater dadurch unterstellt ist, daß es vom Vater abhängig ist, weil der Vater größer ist als der Sohn. Wenn es nun heißt:

„Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott …“ (Vers 1),

dann könnte man fragen, was größer ist: Gott oder sein Wort. Das Wort ist auch Gott, es ist bei Gott und ist Gott selbst. Ist eines größer als das andre, oder sind beide gleich groß? Jesus hat gesagt, daß sein Vater größer ist als er (Joh.14,28). Wenn er auch gesagt hat:

„Ich und der Vater, wir sind Eins.“ (Joh.10,30; vgl.14,10-11),

so schließt das doch nicht aus, daß Vater und Sohn im Wesen nicht gleich groß sind. Warum muß Gott größer sein als das Wort? Weil der eingeborene Sohn in dem Schoß des Vaters ist (Joh.1,18), weil das Wort aus Gott ist. Darum muß Gott, der das Wort aus sich selbst hervorgebracht hat, größer sein als das Wort, das aus ihm her­vorgegangen ist. Somit besteht ein Unterschied zwischen Gott und dem Wort. Gott ist der Vater, das Wort ist der Sohn.

Der Sohn aber, der aus dem Vater hervorgebracht wurde, ist immer kleiner als der Vater, aus dessen Schoß der Sohn hervorgegangen ist. Von Anfang an ist ein Unterschied vorhanden: sobald eins aus dem andern hervorgebracht wird, besteht die Ordnung und das Verhältnis zwischen Vater und Kind. Der Vater bringt den Sohn, das Kind, also das Wort Gottes als sein Kind, als seinen Sohn aus sich selbst hervor. Dieses Verhältnis kann nicht geändert werden; es muß immer so bleiben, daß einer der Vater und der andre der Sohn, das Kind ist. Der Vater ist größer, älter, und das Kind ist kleiner und jünger. Der Altersunterschied zwischen Vater und Kind kann nie aufhören, der bleibt immer bestehen. Darum bleibt auch die Über- und Unterordnung zwischen dem Vater und dem Wort, als dem Sohne Gottes, bestehen.

Dasselbe Verhältnis besteht zwischen dem Sohn Gottes und der Schöpfung. Die Schöpfung ist durch das Wort Gottes entstanden. Darauf legt Johannes die Haupt­bedeutung, daß nicht eins von dem, was entstanden ist, anders entstanden ist, als durch das Wort Gottes. Das zeigt uns eine bestimmte, für alle Zeiten gültige Ord­nung. So wie diese zwischen dem Vater und dem Wort besteht, so besteht sie auch zwischen dem Wort Gottes und dem Geschöpf. So wie das Wort

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Gottes nur durch den Vater vorhanden und darum vom Vater abhängig ist, so ist auch das Geschöpf nur durch das Schöpferwort vorhanden und darum vom Schöp­ferwort abhängig. Deshalb ist jedes Geschöpf dem Schöpferwort unterworfen und ihm Gehorsam schuldig. Das geht nie zu ändern oder aufzuheben.

Jedes Geschöpf, das diese göttliche Ordnung nicht anerkennt, das sie mißachtet, steht auf des Teufels Seite, unter seinem Einfluß; denn er ist der erste, der die Tat­sache, daß auch er durch das Wort geschaffen ist, verachtet hat. Darum ist die Wahrheit nicht in ihm, wie es Jesus bezeugt hat mit den Worten:

„Ihr seid von dem Vater dem Teufel, und was euer Vater begehrt, wollt ihr tun; derselbe war ein Menschenmörder von Anfang und ist nicht bestanden in der Wahrheit, denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lüge redet, so redet er von seinem Eigenen, denn er ist ein Lügner und der Vater derselben.“ (Joh.8,44)

Die Wahrheit besteht darin, daß das Wort durch den Vater gezeugt und geboren, und Satan (als Lichtengel) durch das Wort geschaffen wurde. Wenn Satan als gefal­lener Engel nicht in der Wahrheit bestanden hat, dann deshalb, weil er die Lüge redete. Indem er von seinem Eigenen redete, brachte er die Lüge aus sich hervor und ist dadurch der Vater der Lüge geworden.

Wenn dieses Wesen die vorhandene, schon bestehende Stellung Gottes, des Vaters, der aus seinem Schoß das Wort hervorgebracht und durch dieses Wort den Himmel, die Erde und die Geschöpfe geschaffen hat, anerkannt hätte, dann wäre dieses Geschöpf nicht ein zweiter Vater, und zwar ein Vater von etwas Neuem  - der Lüge -  geworden. Weil es diese Ordnung aber nicht anerkannt hat, ist neben die bestehende Vaterstellung Gottes eine neue Vaterstellung hinzugekommen. So muß das, was dieser Vater als Eigenes aus sich selbst hervorgebracht hat, in Feindschaft gegen Gott sein. Er mußte aus sich selbst das Gegenteil von dem hervorbringen, was bereits vorhanden war. Was war bereits vorhanden? Das Wort Gottes, der Sohn Gottes, das, was Gott aus sich selbst hervorgebracht hat, wodurch er Vater seines Sohnes geworden ist. Das war vorhanden, und das ist die wahre göttliche Ordnung, kurz gesagt: Die Wahrheit. Wenn sich nun ein Geschöpf zum Vater macht, indem es auch etwas aus sich selbst hervorbringt, kann das nur dadurch geschehen, daß es sich nicht zu der schon vorhandenen Wahrheitsordnung stellt, wonach Gott sein Wort, seinen Sohn, aus sich hervorgebracht und durch ihn die Schöpfung geschaffen hat. Indem das Geschöpf Eigenes aus sich hervorbringt, muß es dadurch folgerichtig den Schöpfer, das Wort

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Gottes, verachten und verwerfen - und damit auch die göttliche Ordnung, daß es durchs Wort geschaffen ist, durch das Wort Gottes, das als Sohn Gottes aus dem Schoß des Vaters hervorgegangen ist.  

Würde das Geschöpf Gott als den Vater, und den Sohn anerkennen, und würde es
den Sohn als den Schöpfer anerkennen, durch den es geschaffen ist, dann müßte
die Folge davon sein, daß es nichts Eigenes aus sich selbst hervorbringt. 
 

Sobald ein Geschöpf Eigenes aus sich selbst hervorbringt, weicht es von dem ab,
was bereits vorhanden ist, und bringt etwas anderes hervor als das, was
vorhanden ist. Das ist die Lüge. 
 

Denn was vorhanden ist, ist Gott, das Wort Gottes und die Schöpfung. Was in der Schöpfung, entgegen dieser göttlichen Wahrheitsordnung, aufgerichtet wird, das ist dann Lüge. Wer sich nicht zum Vater der Lüge machen will, muß sich an Gott halten, an sein Wort, und daran, daß die Schöpfung durch sein Wort entstanden ist. Er muß diese Ordnung als die Wahrheit anerkennen, dann unterstellt er sich dem Wort Gottes als dem Schöpferwort, und das Wort Gottes wiederum ist dem Vater untertan. Darin besteht die göttliche Ordnung.

Somit ist jedes Geschöpf, die Engel, die Gott zuerst, und der Mensch, den er nachher geschaffen hat, entweder Gottes Wort untertan oder dem Teufel und seiner Lüge, die er aus sich selbst hervorgebracht hat. Wenn man aber dem Teufel untertan ist, kann man nicht zugleich Gott und seinem Wort untertan sein. Ist man dem Teufel und damit der Lüge untertan, dann führt das zuletzt dahin, daß man selbst ein Vater der Lüge wird. Wer dem Wort Gottes untertan ist, kann nicht aus sich heraus zeugen. Er kann nur die Wahrheit anerkennen, kann aber in dieser Stellung nicht aus sich heraus zeugen und deshalb auch nicht, getrennt von seinem Ursprung, der Vater­schaft Gottes, Vater werden. Nicht jedes Abweichen vom Wort Gottes und seiner Ordnung, indem man der Lüge, deren Vater der Teufel geworden ist, gehorcht, kann schon im endgültigen Sinn als Ungehorsam dem Worte Gottes gegenüber bezeichnet werden, sondern man kann nur dadurch dem Worte Gottes wirklich ungehorsam sein, daß man, gleichwie Satan, der infolge seines ersten Ungehorsams, durch Zeugung der Lüge Vater geworden ist, auch ein solcher Vater der Lüge wird. Das ist seither die Stellung jedes einzelnen Wesens, das dem Worte Gottes ungehorsam ist.

Der völlige Ungehorsam des Geschöpfes dem Wort Gottes gegenüber hat die­selbe Ursache wie der Ungehorsam des Vaters der Lüge infolge seiner eigenen Zeu­gung.

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Was ist Wahrheit? Der göttliche Anfang. Was ist Lüge? Ein anderer Anfang, der neben dem göttlichen Anfang sich herausgebildet hat. So wie die Zeugung des Wor­tes Gottes im Schoß des Vaters der Anfang des Wortes Gottes ist, wie die Schöp­fung Himmels und der Erde von Gott durchs Wort erfolgt ist, so ist die Zeugung der Lüge wieder ein Anfang. Man kann sich aber nicht anders auf diesen Boden der Lüge stellen als dadurch, daß man dasselbe macht, was der Engelfürst (Satan) gemacht hat. Man zeugt, gleich ihm, dem Vater der Lüge, in sich selbst die Lüge und wird dadurch zu einem weiteren, neuen Vater. Man bringt wieder einen Anfang zustande, der ein Anfang seines Eigenen ist, und das Eigene jedes einzelnen Geschöpfes ist Lüge.

Wer sich anders betätigen will, als Lüge in sich zu zeugen und hervorzubringen, der muß sich der göttlichen Ordnung des Wortes Gottes unterwerfen, der Ordnung, daß das Wort sein Schöpfer ist, daß das Wort aus dem Schoß des Vaters hervorge­gangen ist und daß Gott der Vater des Sohnes ist. Darüber hinaus muß er zur Erkenntnis der durch den Sohn vollbrachten ganzen Erlösung kommen, dann ist für ein Menschenkind das Wort der Zeugungssame des Vaters. Dann wird Gott sein Vater; das dem Wort Gottes gehorsame Menschenkind wird Kind Gottes und kommt in dasselbe Verhältnis zu Gott, wie es zwischen dem Sohn Gottes, also dem Wort Gottes und dem Vater besteht. Jesus hat kein Kind, er ist nicht Vater, er ist nur Schöpfer und Zeugungssame als Wort Gottes. Das Kind Gottes ist vom Vater gezeugt und geboren, und Jesus führt die so gezeugten und geborenen Kinder Got­tes zu ihrem Vater.

 

Gott, der ewige Gott, ist und bleibt der einzige, alleinige und ureigene Vater. 

Jede Vaterschaft im Himmel und auf Erden hat ihren Ursprung in dem Vater unseres Herrn Jesu Christi, das ist in Gott (Eph.3,14-15). Jede andere bestehende Vaterschaft ist Lüge und liegt darin, daß der Engelfürst in dieser Schöpfung diese Vaterschaft der Lüge begonnen hat.

Wer in die göttliche Ordnung eingehen will, muß auf diesem Gebiet der Vater­schaft zwischen Wahrheit und Lüge unterscheiden. 

Deshalb kann man nur aufrichtig, treu und wahrhaftig Buße tun und Kind Gottes
werden, wenn man die Vaterschaft Satans als Lüge erkennt und sie nicht mehr
fortsetzen, d.h. nicht mehr das gleiche tun will, was er getan hat und
geworden ist.

Darin muß die wahre Beugung des Geschöpfes, die wahre Buße als Sinnesände­rung offenbar werden, daß man Gott, den Vater, und

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seinen Sohn, das Wort Gottes, und die durchs Wort Gottes entstandene Schöpfung wieder als göttliche Ordnung anerkennt und mit nichts anderem in seinem Leben zu tun haben will als mit dieser Wahrheit.

Wenn wir uns nicht auf diesen Boden stellen, können wir keine Kinder Gottes werden. Dann geht es uns und jedem Geschöpf so, wie es Johannes zeigt. Im Wort Gottes ist Leben, das Leben ist das Licht der Menschen, das in der Finsternis leuch­tet - und die Finsternis begreift es nicht. Niemand begreift das Licht, der in der Fin­sternis bleiben will. Die Finsternis besteht darin, daß man sich  - wie der Teufel -  durch eigenes Zeugen von der göttlichen Ordnung seines Sohnes und seiner Schöpfung wegwendet, und wer in dieser Finsternis steht, lebt und bleibt, der begreift das Licht der Wahrheit der göttlichen Ordnung nicht. Gott selbst hat das Licht von der Finsternis geschieden (1.Mos.1,3-5), nachdem die Finsternis einmal in die Schöpfung eingedrungen war. Er hat geschieden zwischen dem Licht seiner Ordnung und der Finsternis der ungehorsamen Stellung von seiten der Geschöpfe seiner Ordnung gegenüber. Diese beiden Gebiete hat Gott voneinander geschieden, um zu zeigen, was Licht und was Finsternis ist. Seither stehen wir nun dem Licht und der Finsternis gegenüber. Seitdem das Leben das Licht der Menschen ist und dieses Licht in der Finsternis leuchtet, kommt es bei jedem Menschen nur darauf an, ob er das Licht begreift oder nicht, ob er imstande ist, das Licht zu fassen und zu begreifen, oder ob ihm das Fassungsvermögen dafür fehlt. Die Finsternis begreift das Licht nicht.

„Es war ein Mensch, von Gott gesandt, der hieß Johannes. Derselbe kam zum Zeugnis, daß er zeugte von dem Licht, damit alle durch ihn glaubten.“ (Vers 6-7)

Das ist der Weg. Kein Kind der Finsternis kann ohne weiteres das Licht begreifen, und kein Mensch kann aus sich das Licht der göttlichen Ordnung verstehen und erfassen. Wenn dieses Licht begriffen werden soll, muß Gott zuerst die Möglichkeit dazu geben. Das tut Gott, indem er Menschen sendet, die von diesem Licht Zeugnis ablegen können. Ein solcher Mensch, der zum Zeugen für das Licht Gottes gesandt war, war Johannes der Täufer. Aufgrund seines Zeugnisses konnten die Menschen in ihrer Finsternis glauben. Darum kommt auch der Glaube aus der Predigt des Wortes Gottes. Niemand kann aber predigen, wenn er nicht gesandt ist (Röm.10,14-17). Wer zu predigen gesandt ist, ist ein von Gott gegebenes Werkzeug. Johannes war ein von Gott gesandter Vorläufer Jesu, ein Prediger des Wortes Gottes. Von ihm konnten

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Menschen in der Finsternis das Wort Gottes vernehmen und daran glauben. In dem Zeugnis, das Johannes ausrichten mußte, heißt es, daß er nicht das Licht war, son­dern nur von dem Licht zeugen sollte. Er mußte in der Finsternis nur die Tatsache verkündigen, daß das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, in die Welt kom­men sollte. Dieses Licht ist es, von dem der Evangelist Johannes sagt:

„Es war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, und die Seinen nahmen ihn nicht auf.“ (Vers 10-11)

Warum nahmen die Seinen, seine Volksgenossen, ihn als das Licht nicht auf? Weil sie dem Neuen gegenüber, dem, was Jesus ihnen bringen sollte, ihr Eigenes, Selbstgezeugtes, behalten wollten und darum auch Lügenväter geworden waren. Deshalb kannten sie ihn, das Licht, als er in die Welt kam, nicht und nahmen ihn nicht auf. Dieser Vorgang wiederholt sich fortgesetzt, bis nach dem Zeugnis von Johannes eine Scheidung erfolgt:

„Wie Viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Vollmacht, Gottes Kinder zu wer­den, denen, die an seinen Namen glauben; welche nicht aus dem Geblüt, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.“ (Vers 12-13)

Die aus Gott geboren sind, sind Kinder Gottes und nicht Väter. Sie sind Kinder, sie sind aus Gott, weil sie das Wort Gottes aufgenommen haben.

Wir können uns gut prüfen, ob wir schon die Stellung erlangt haben, in der wir zwischen der Wahrheit des Wortes Gottes und der Lüge des Wortes Satans unter­scheiden können, ob wir uns von der Lüge frei gemacht und uns zur Wahrheit gestellt haben, ob wir aufgehört haben, Eigenes zu zeugen als Lüge, und ob wir uns durch Aufnehmen des Wortes Gottes in die Gotteskindschaft eingefügt haben.

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