Weg zur Wahrheit

Röm. 4,7 «Selig sind die, welchen die Übertretungen vergeben und deren Sünden zugedeckt sind;  8 selig ist der Mann, welchem der Herr die Sünde nicht zurechnet!»

Joh. E. Keller

 

Die Schöpfung Gottes Offenbarung Teil 1

„In ihm leben, weben und sind wir“ (Apg.17,28)

 

A  =  Frage

B  =  Antwort 

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Die Offenbarung Gottes

Ruhe für die Menschen

„Frieden hinterlasse ich euch; meinen Frieden gebe ich euch, nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt.“ (Joh.14,27)

Viele Stimmen werden in der großen Verwirrung gehört, die heute in der Völkerfamilie das größte Ausmaß angenommen hat, aber von allen spricht keine so zu unserem Herzen, wie die Worte von Jesu an seine Jünger:

„Frieden hinterlasse ich euch!“

Heute gibt es nur ein weltumfassendes Fragen, aber eine bestimmte richtunggebende Antwort, die den einzig richtigen Weg durch die Not der Zeit hindurch weist, hört man von keiner Seite. Die Menschen sind mißtrauisch geworden, sie haben keinen Halt mehr. Was sie bisher als solchen noch einigermaßen empfunden haben, ist in dem Geschehen der Zeit zerschlagen worden. Demgegenüber ist all das neu Werdende noch so unsicher, daß man sich auch nicht darauf verlassen kann.

Im Folgenden wollen wir den vielen Fragen, die die Menschen bewegen, nachdenken, und die richtige Antwort aus dem Wort Gottes suchen. Um die Fragen und Antworten recht verständlich machen zu können, fassen wir es in die Form von einem Zwiegespräch von A und B.

A.          Gibt es eine Erklärung dafür, daß die Menschen in einem so weltumfassenden Ausmaß in eine solche trostlose geistige Verfassung hineinkommen konnten, in der sie jeglichen Halt an positiven Werten verloren haben?

B.          Ja, es ist von Jesu vorausgesagt worden:

„Alsdann wird eine große Trübsal sein, wie von Anfang der Welt bis jetzt keine gewesen und auch nicht mehr kommen wird.“ (Matth.24,21)

Im Blick auf diese Zeit hat Paulus an Timotheus geschrieben:

„Es wird eine Zeit kommen, wo sie die gesunde Lehre nicht ertragen werden, sondern nach ihren eigenen Lüsten werden sie sich selbst Lehrer aufladen, nach denen ihnen die Ohren jucken, und sie werden ihre Ohren von der Wahrheit abwenden und sich den Legenden zuwenden.“ (2.Tim.4,3-4)

„Das aber sollst du wissen, daß in den letzten Tagen schwere Zeiten eintreten werden. Denn die Menschen werden selbstsüchtig sein, geldgierig, Prahler, Übermütige, Lästerer, den Eltern ungehorsam; undankbar, gottlos, lieblos, unversöhnlich, Verleumder, unenthaltsam, zuchtlos, dem Guten feind; treulos, leichtsinnig, aufgeblasen, die das Vergnügen mehr lieben als Gott; dabei haben sie den Schein der Gottseligkeit, aber deren Kraft verleugnen sie. Auch solche meide!“ (2.Tim.3,1-5)

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Diese Worte zeigen uns bereits die Mentalität der Menschen, die heute deshalb so haltlos sind, weil sie solchen Einflüssen ausgesetzt sind, auf die Paulus in diesen Worten hinweist.

A.          Auf Bibelsprüche wird aber doch heute nicht mehr geachtet. Muß man denn nicht auch zugeben, daß der Fortschritt der Zivilisation in der Länge der Zeit größere Werte hervorgebracht hat als die Religion? Sagt nicht auch das Wort Gottes:

„Alle, die das Schwert ergreifen, werden durch das Schwert umkommen.“ ? (Matth.26,52)

Das wissen alle christlichen Völker, und doch sind es gerade sie, die den so maßlosen Krieg in unserer Zeit geführt haben und heute in einer Gesinnung gegeneinander sind, die dem Wort Gottes, das sie alle kennen und vertreten, nicht entspricht.

B.          Die Antwort auf diese Einwände müssen wir darin finden, daß wir die Ursache von den Kriegen beachten. Wir lesen im Brief von Jakobus:

„Woher kommen Kriege, und woher kommen Streitigkeiten unter euch? Kommen sie nicht von den Lüsten, die in euern Gliedern streiten?“ (Jak.4,1)

In diesem Wort ist die Kriegsursache, wie auch die Ursache von allen Streitigkeiten in jedem Fall gezeigt. Wohl hat man sich lange Zeit hindurch des Fortschrittes der Zivilisation gerühmt und das sogar in einem Ausmaß, daß man schon allgemein erwartet hat, daß zukünftige Kriege durch die weltumfassende Völkerverständigung unmöglich würden. Doch darüber hat dieser Krieg die Menschen anders belehrt. Und auch heute ist man überzeugt, daß den Völkern nur durch Gewaltmaßnahmen der Segen der Zivilisation zugeleitet werden könne.

A.          Es ist aber doch Tatsache, daß die großen Auseinandersetzungen der Völker noch nie durch das Wort Gottes oder durch irgendeine christliche Ordnung geregelt werden konnten oder geregelt worden sind. Wohl sind allezeit Anfänge für eine solche Regulierung im kleineren und größeren Umfang gemacht worden, so z.B. in der Zeit des Mittelalters in der Auseinandersetzung der Kirche mit dem Staat. Später hat der Reformator Calvin seinen kleinen Kirchenstaat in Genf aufgerichtet und Olivier Cromwell hat es im größeren Stil in England durchgeführt. Ebenso ist die Auswanderung der englischen Puritaner nach dem neu entdeckten Amerika in der gleichen Absicht erfolgt, um dort den erwünschten, durch das Wort Gottes beherrschten Staat zu schaffen, aber die Ergebnisse, die sich in der Folge ergeben haben, sind ja in der ganzen Welt bekannt.

B.          Zu diesen Tatsachen läßt sich nur sagen, daß anderseits der viel gepriesene Fortschritt der Zivilisation auch das gleiche Ergebnis aufweist. Die Lösung der Aufgaben ist tatsächlich bis heute von keiner Seite geglückt. Während aber bei allem Versagen der Zivilisation doch stets von einem Fortschritt geredet wird, zeigt uns das Wort Gottes klar, daß schwere Zeiten, verursacht durch das Versagen der christlichen Gemeinde, sowie der christlichen Völker, über die Menschen kommen.

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A.          Worin liegt denn die Ursache für dieses allgemeine Versagen?

B.          Die Ursache kann nur darin gesehen werden, daß der rechte Weg bisher nicht gründlich genug beachtet worden ist.

A.          Gibt es wirklich einen solchen Weg, auf dem alle für die Menschen bestehenden Verwicklungen und Uneinigkeiten gelöst werden können, so daß die Worte von Jesu:

„Frieden hinterlasse ich euch“

verwirklicht werden?  

Der Weg zum Frieden

B.          Von Jesu selbst hören wir die Worte:

„Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich!“ (Joh.14.6)

Dieser Weg führt zum Baum des Lebens (1.Mos.3,24). Auf diesem Wege soll das Volk Gottes wandeln (2.Mos.18,20; 5.Mos.8,6; 10,12; 11,22; 19.9; 26,17; 28,9; 30,16; Jos.22,5).

„Laß mich deinen Weg wissen“

bittet Moses (2.Mos.33,13). David bekennt:

„Er ist ein Gott, dessen Weg vollkommen (ist) …“ (2.Sam.22,31)

„Du wirst mir den Weg des Lebens zeigen.“ (Ps.16,19)

„Ich habe den Weg der Wahrheit erwählt.“ (Ps.119,30)

Gottes Antwort lautet:

„Ich will dich unterweisen, dir den Weg zeigen, den du wandeln sollst; ich will dich mit meinen Augen leiten.“ (Ps.32,8)

Asaph bezeugt:

„Gott, dein Weg ist heilig.“ (Ps.77,14)

Der Prophet Jesajas muß verkündigen:

„Das ist der Weg, geht darauf!“ (Jes.30,21)

Einmal muß die Erfüllung von jedem Wort Gottes allen Menschen beweisen, daß es die Wahrheit ist, oder es müßte dahin führen, wenn das Wort Gottes in der Länge der Zeit immer in der gleichen Weise unerfüllt bleiben würde, daß kein Mensch mehr an das Dasein Gottes glauben und sich ernstlich mit dem Wort Gottes beschäftigen könnte. Man müßte dann alles, was durch das Wort Gottes in der Christenheit hervorgebracht worden ist, als den größten in der Welt bestehenden Betrug ansehen.

A.          Es sind aber doch im großen ganzen keine Beweise von Gott und seinem Dasein vorhanden.  

Es gibt einen Gott

B.          Als Beweis für das Dasein Gottes finden wir Erklärungen im Wort Gottes, mit denen man sich gründlich auseinandersetzen muß. Das Evangelium Johannes beginnt mit den Worten:

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„Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alles ist durch dasselbe entstanden; und ohne dasselbe ist auch nicht Eins entstanden, was entstanden ist.“ (Joh.1,1-3)

Das führt uns zu dem Anfang, wo das Wort im Schoße des Vaters gezeugt wurde und deshalb, seitdem es auf diese Weise entstanden, bei Gott ist. Weil durch das Wort alles entstanden ist, so ist das Wort schon vorher von Gott gezeugt worden. Es war schon bei Gott, ehe Gott durch das Wort die Geschöpfe geschaffen hat. Gott ist der Vater des Wortes und der Schöpfer aller Geschöpfe, die er durch das Wort geschaffen hat. Das Zeugnis von der Schöpfung, die Gott durch das Wort geschaffen hat, ist reichhaltig. Einige Zeugnisse darüber lauten:

„Ich bin der Herr, der alles tut. Ich habe die Himmel ausgespannt, ich allein, und die Erde ausgebreitet.“ (Jes.44,24)

„Ich habe die Erde gemacht und den Menschen darauf erschaffen; ich habe mit meinen Händen die Himmel ausgespannt und gebiete all ihrem Heer.“ (Jes.45,12)

„Ich bin es! Ich bin der Erste, und ich bin auch der Letzte! Meine Hand hat doch die Erde gegründet und meine Rechte die Himmel ausgespannt. Sobald ich ihnen rief, standen sie allzumal da.“ (Jes.48,12-13)

„Der ich über dem Kreis der Erde sitze und vor dem ihre Bewohner wie Heuschrecken sind; der ich den Himmel ausbreite wie einen Flor und spanne ihn aus wie ein Zelt, daß man darunter wohne.“ (Jes.40,22)

Auch die Knechte Gottes bestätigen das Dasein Gottes mit ihrem Zeugnis, daß Gott im Anfang den Himmel und die Erde mit Weisheit und Verstand geschaffen (1.Mos.1,1; Ps.136,5; Jes.42,5), gegründet (Jes.51,13.16; Sach.12,1) und befestigt (Spr.3,19) hat.

Den Himmel hat er wie ein Zelt allein ausgespannt und (Ps.104,2) den Bären, den Orion, das Siebengestirn samt den Kammern des Südens gemacht (Hi.9,8-9).

Gott allein und als der Einzige hat den Himmel aller Himmel samt ihrem Heer gemacht, die Erde, das Meer und die Wasserquellen mit allem, das darin ist (Ps.146,6; Neh.9,6; Apg.4,24; 14,15; Offb.14,7).

Alles hat er durch sein Wort gemacht, durch den Hauch seines Mundes (Ps.33,6; 96,5; 115,15; 121,2; 124,8; 134,3; Jer.32,17).

Seiner Hände Werk (Ps.102,26) hat der Schöpfer des Himmels und der Erde für einen bestimmten Zweck geschaffen, es soll nicht leer sein (Jes.45,18).

Der Himmel hat sein Heer und die Erde ist die Wohnstätte der Menschen mit allen Geschöpfen, die Gott für sie geschaffen hat (Jes.45,18).

In Häusern des Friedens, in sichern Wohnungen und in stolzer Ruhe soll sein Volk wohnen (Jes.32,18).

Der Himmel gehört dem Herrn, aber die Erde hat er den Menschenkindern gegeben (Ps.115,16).

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Die Weisheit Gottes erklärt:

„Als er den Himmel herrichtete, war ich dabei, als er einen Kreis absteckte über der Oberfläche der Gewässer; als er die Wolken droben befestigte, als die Quellen der Tiefe mit Macht hervorbrachen; als er dem Meer seine Schranken setzte, daß die Wasser seinen Befehl nicht überschreiten möchten, als er den Grund der Erde legte, - da stand ich ihm als Werkmeister zur Seite und war voll Wonne Tag für Tag und spielte vor seinem Angesicht allezeit …“ (Spr.8,27-30)

Im Blick auf diese Schöpfung ist dem Volk Gottes erklärt worden:

„Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel und die Erde und alles, was darinnen ist, gehört dem Herrn, deinem Gott.“ (5.Mos.10,14)

Sie sollen überzeugt werden, daß die Götter weder Himmel noch Erde erschaffen haben (Jer.10,11).

Deshalb lautet das Zeugnis:

„Der Herr tut alles, was er will, im Himmel und auf Erden, im Meer und in allen Tiefen.“ (Ps.135,6).

„Der Himmel ist sein Thron und die Erde seiner Füße Schemel.“ (Ps.11,4; 103,19; Jes.66,1; Am.9,6)

Als der Herr des Himmels und der Erde (Apg.17,24) ist er deshalb höher als die Himmel (Hebr.7,26). Die aus der Schöpferhand Gottes hervorgegangene Schöpfung veranlaßt Paulus, den Römern zu schreiben:

„Dieweil, was von Gott erkannt werden kann, in ihnen offenbar ist, da Gott es ihnen geoffenbart hat; denn sein unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit Erschaffung der Welt an den Werken durch Nachdenken wahrgenommen, also daß sie keine Entschuldigung haben.“ (Röm.1,19-20)

Die Offenbarung Gottes in der Schöpfung und durch dieselbe wird auch durch die nachfolgenden Worte des Propheten Jesajas bewiesen.

Er erklärt:

„Hebet eure Augen in die Höhe und sehet: wer hat diese erschaffen? - Der ihr Heer bei der Zahl ausführt, der sie alle mit Namen ruft, - so groß ist sein Vermögen, und er ist so stark, daß es nicht an einem fehlen kann.“ (Jes.40,26)

Das Werk soll den Schöpfer ehren (1.Chr.16,28-29; Ps.19,2; 29,1.9; 96,7-8; Jes.42,12; Jer.13,16; Hg.1,8; Mal.1,6; 2,2; Joh.7,18; Röm.4,20; 16,27; 1.Kor.10,31; Phil.1,11; 2,11; 4,20; 1.Tim.1,17; Offb.4,9.11; 5,13; 7,12; 11,13; 14,7; 19,1)

Der ewige Gott wird nicht müde noch matt; sein Schöpferwerk beweist, daß sein Verstand unausforschlich ist (Jes.40,12.28; Am.4,13), im Sichtbaren und im Unsichtbaren der Throne, Herrschaften, Fürstentümer und Gewalten (Kol.1,16-17).

Durch seinen Willen hat er alles geschaffen (Offb.4,11); die ganze Erde ist mein, sagt Gott zu seinem Volk (2.Mos.19,5).

Erforschen wir nur das Buch des Herrn, und die Ueberzeugung, daß Gott ist, wird gewiß erlangt. 

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Völker gehen aus Mangel an Erkenntnis Gottes zu Grunde (Hos.4,6)

A.          Erkennt man nach den vorigen Zeugnissen Gott als den Schöpfer, was gibt es denn für eine Erklärung dafür, daß gegenüber der Allmacht des Schöpfers seine Schöpfung in einem Zustand sein kann, die nach menschlicher Beurteilung eine Entehrung für den Schöpfer ist?

B.          Das menschliche Urteil ist in den meisten Fällen das Ergebnis von mangelhafter Erkenntnis. Die mangelhafte Erkenntnis ist in der väterlichen Ueberlieferung begründet. Sie verhindert das gründliche Forschen im Wort Gottes, weil man sich entweder mit der von altersher überlieferten Erkenntnis zufrieden gibt, oder von derselben irrig beeinflußt wird. Beides wirkt aber nachteilig, denn die aus der alten Zeit stammende Erkenntnis stellt nicht das dar, wie sich das Walten Gottes fortlaufend entwickelt, und deshalb darf es kein beherrschender Einfluß in der Erfahrung der Kinder Gottes sein.

A.          Der Unterschied in der Erkenntnis ist aber doch so groß, daß sich der Unkundige der reinsten Sprachenverwirrung gegenüber sieht und Wahres und Falsches gar nicht zu unterscheiden im Stande ist.

B.          Von der verschiedenen Erkenntnis darf man sich nicht stören lassen, denn diese Verschiedenheit ist in der ganzen Schöpfung auf allen Gebieten vorhanden. So wie nicht zwei Blätter am Baum ganz gleich sind, so ist die Verschiedenheit auf allen Gebieten. Das muß deshalb auch auf dem Gebiete der Erkenntnis der Fall sein. So verschieden, wie die Fähigkeiten der Menschen auf allen Gebieten sind, so verschieden muß natürlich auch die Erkenntnis von der Offenbarung Gottes sein. Nach dem wie man im Erforschen des Wortes Gottes treu ist, nimmt die Erkenntnis zu, und es gilt dann nur, sich nicht mit Erkenntnissen, die andere in längst vergangenen Zeiten erlangt haben, zufrieden zu geben, in der Meinung, daß es keine weitere Einsicht in die göttliche Offenbarung mehr geben könne. Diese Einstellung ist ein großes Hindernis, um tiefer in die Erkenntnis Gottes und seiner Wege eindringen zu können.

A.          Wie kann man aber wahre und falsche Erkenntnis voneinander unterscheiden, denn zweifellos gibt es doch bei den verschiedenartigsten Erkenntnissen auch ganz falsche Annahmen und irrige Schlußfolgerungen.

B.          Das Falsche ist immer nur das Gegenstück vom Wahren. Die falsche Banknote beweist, daß es auch eine echte gibt, die zuerst besteht. So ist es auch auf dem Gebiet der Erkenntnis; die falsche Erkenntnis ist der beste Beweis dafür, daß es eine richtige Erkenntnis geben muß. Das Falsche und das Richtige unterscheidet man aber durch genaue Prüfung.

A.          Wie kann man aber von der Richtigkeit der Prüfung überzeugt werden?

B.          Etwas Falsches muß Merkmale aufweisen, die bei genauer Prüfung festgestellt werden können. Das ist bei der Erkenntnis Gottes dasselbe. Die einen Menschen sind von dem Dasein Gottes überzeugt, und die andern leugnen es. Dieser Unterschied, ob Gott ist, nach seiner eigenen Erklärung an seinen Knecht Moses:

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„Ich bin, der ich bin!” (2.Mos.3,14),

oder ob das Dasein Gottes geleugnet wird, kann leicht festgestellt werden.

A.          Viele Menschen sagen, ihr Gott sei die Natur. Sie beobachten dieselbe; wo sie gehen und stehen, fühlen sie ihren Einfluß und sehen es so an, daß sie im Verehren der Natur ihren Gottesdienst pflegen. Ist denn das richtig?

B.          Darauf kommen wir später noch eingehender zurück. Jetzt wollen wir nur darauf achten, daß die Natur und die Schöpfung dasselbe sind. Die Schöpfung muß aber vom Schöpfer unterschieden werden. Auch dieser Unterschied kann leicht festgestellt werden.  

Sieben göttliche Offenbarungen

Es wird alles viel verständlicher, wenn wir darauf achten, auf welche Weise sich Gott offenbart hat.

Die erste Offenbarung ist das Zeugnis von dem Dasein Gottes.

Die zweite Offenbarung ist das Wort.

Die dritte Offenbarung ist die durch das Wort entstandene Schöpfung der Engel.

Die vierte Offenbarung ist die Umwandlung der Engelschöpfung in die gegenwärtige Schöpfung, deren Haupt der Mensch ist.

Die fünfte Offenbarung ist der im Volke Gottes gezeigte Wille Gottes - das Zustandekommen des Allerheiligsten.

Die sechste Offenbarung ist das Zustandekommen des Hauses Gottes in der Gemeindezeit der Apostel nach ihrem Zeugnis.

Die siebente Offenbarung zeigt das Zustandekommen der Hütte Gottes in den sieben Gemeinden nach der Offenbarung des Johannes.

A.          Wenn diese sieben Offenbarungen von dem Dasein Gottes Zeugnis ablegen und in seinem Walten voneinander unterschieden werden können, warum sind denn diese Ordnungen den Menschen nicht besser bekannt?

B.          Es hat alles seinen Grund. Darum lohnt sich auch die Mühe, über das Wichtigste, das es für die Menschen gibt, den Willen Gottes zu erkennen, nachzuforschen, bis so viel Erkenntnis, wie das nur möglich ist, erlangt wird. Heute fragen ja die Menschen sehr wenig nach Gott und seinem Willen. Die Erwartungen sind vielmehr auf die Gestaltung der alltäglichen Verhältnisse gerichtet. Auf diesen Gebieten hat man immer die Personen vor Augen, die den bestimmenden Einfluß ausüben, und von ihnen soll das Heil kommen. Doch das Heil, das die Menschen schaffen können, liegt heute in einer Weise in Trümmern, daß die ganze Welt davon bedeckt ist. Aber die Menschen lernen aus ihren Erfahrungen nicht viel. Sie finden den Weg aus ihrem Tun und Treiben heraus zu Gott und zur Erkenntnis seines Willens nur langsam. Sie leben lieber in ihrer althergebrachten Gewohnheit, in der Erwartung, daß die Menschen es mit der Zeit besser machen werden. Diese Erwartung hat sich zwar noch nie erfüllt, aber trotzdem sie eine Enttäuschung um die andere erleben, wenden sie sich doch stets nur wieder zu anderen Menschen, um ihre Hoffnung auf sie und ihr Können zu setzen, bis sie wieder aufs neue enttäuscht werden, und wenn es durch

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Atomauswirkungen geschieht. Zuletzt werden sie, wenn alles versagt hat, doch noch ihren Gott finden und seinen Willen kennen lernen.

A.          Wenn es aber in dem bisherigen Tempo weitergeht und dazu noch auf einem Wege, auf dem alles Tun der Menschen bis heute nicht zu dem von ihnen erwünschten Ziel geführt hat, wie kann man da Hoffnung haben, daß es wirklich einmal anders wird?  

Das Verhältnis zwischen dem Schöpfer und dem Geschöpf

B.          Wir müssen dort einsetzen, wo das Falsche angefangen hat. Das Geschöpf muß den Schöpfer anerkennen. Das ist aber nur möglich, wenn das, was bisher von den Geschöpfen falsch gemacht wurde, wieder richtig gemacht wird. Paulus hat den Römern geschrieben, sie:

„ … vertauschten die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes mit dem Bild eines vergänglichen Menschen und geflügelter und vierfüßiger und kriechender Tiere.“ (Röm.1,23)

Dadurch vertauschten sie die Wahrheit Gottes mit der Lüge und verehrten das Geschöpf und dienten ihm, anstatt dem Schöpfer (Röm.1,25). Diese beiden Gebiete, der Schöpfer und das Geschöpf, müssen wieder gründlich unterschieden werden. Wir wollen auf den Unterschied achten, den die sieben voneinander verschiedenen Offenbarungsgebiete darstellen.

A.          Die Einteilung in sieben aufeinanderfolgende voneinander verschiedenen Offenbarungen einer vorhandenen göttlichen Ordnung ist im allgemeinen unbekannt und macht den Eindruck einer ganz willkürlichen Aufzählung. Diese Einteilung müßte man klar beweisen können, wenn sie wirklich in dieser Reihenfolge vorhanden ist. Bisher ist eigentlich von einer geordneten Reihenfolge der göttlichen Offenbarungen nichts bekannt. Die allgemein im Worte Gottes stehenden Offenbarungen werden als Erlebnisse betrachtet, die kaum einen inneren Zusammenhang erkennen lassen.

B.          Eine solche Beurteilung ist das Ergebnis der bisherigen Forschung nach der bekannten Überlieferung, die von einer Generation zur andern immer wieder übernommen wurde. Es muß beachtet werden, daß das Ergebnis der Erforschung des Wortes Gottes niemals so verstanden werden darf, daß es nicht stets wieder ergänzt und die im einzelnen gemachten Fehler korrigiert werden müßten.

Die Grundlage für alle vorhandenen Offenbarungen ist die Tatsache, daß der Wille Gottes in der Erfahrung der Geschöpfe erfüllt werden muß. Solange dieses Ziel nicht erreicht ist, kann die in der Erforschung des Wortes erreichte Einsicht noch nicht als das endgültig abgeschlossene Ergebnis angesehen werden. Die von Gott in seinem Wort übermittelten Offenbarungen müssen immer aufs neue zeigen, wie seine Absichten in der Erfahrung der Geschöpfe verwirklicht werden müssen. Das ergibt sich aus den sieben aufeinanderfolgenden Offenbarungen, die in verschiedenen Entwicklungsstufen das Verhältnis zwischen dem Schöpfer und dem Geschöpf zeigen.

A.          Welche Beweise können über die Offenbarungen erbracht werden, die die Erfüllung der göttlichen Absichten mit seinen Geschöpfen zeigen?   

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Die erste Offenbarung  -  das Dasein Gottes

B.          Die erste Offenbarung als Zeugnis von dem Dasein Gottes ist in dem Verhältnis gezeigt, das zwischen Gott und dem Wort besteht. Weil das Wort den Anfang von dem Wirken Gottes darstellt, deshalb ist es das Erste, das von Gott offenbart ist. Den gleichen Anfang stellt auch die Weisheit dar nach dem Zeugnis:

„Jehova hat mich geschaffen als den Anfang seiner Wege, ehe er was machte, vor aller Zeit. Ich war eingesetzt von Ewigkeit her, vor dem Anfang, vor dem Ursprung der Erde. Als noch keine Fluten waren, ward ich geboren, als die wasserreichen Quellen noch nicht flossen. Ehe die Berge eingesenkt wurden, vor den Hügeln bin ich geboren. Als er die Erde noch nicht gemacht hatte und ihre Fluren, die ganze Masse des Weltenstaubes.“ (Spr.8,22-26)

Beides, das Wort und die Weisheit, sind der gleiche Anfang, der sich von der Schöpfung darin unterscheidet, daß alles Geschaffene durch das Wort geschaffen worden ist (Joh.1,3). Es besteht somit die Ordnung, daß das Schöpferwort als die Weisheit den Anfang von dem Wirken Gottes darstellt, ehe die Schöpfung entstanden ist. Das Wort als die Weisheit ist in Gottes Gestalt, Gott gleich (Phil.2,6), der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Abbild seines Wesens (Hebr.1,3), das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene aller Kreatur (Kol.1,15), der eingeborene Sohn im Schoße des Vaters (Joh.1,18), eingesetzt von Ewigkeit her und deshalb geboren von Gott (Spr.8,23-25), im Himmel (Joh.3,13), der eingeborene Sohn Gottes, seines Vaters (Joh.3,14.16.18).

Es bestehen nun zwei Ordnungen:

Die erste Ordnung stellt das Wort als die Weisheit in der Zeugung und Geburt aus Gott dar, und die zweite Ordnung ist die durch das Schöpferwort entstandene Schöpfung. So wie aber das Schöpferwort bei Gott früher war, als die durch dasselbe entstandene Schöpfung, so muß auch der Gott, der das Wort in seinem Schoße gezeugt und geboren hat, früher existieren als das von ihm gezeugte Wort. Gott stellt deshalb in seinem Wesen die Ordnung der Zeugung dar. Er unterscheidet sich von der Schöpfung darin, daß er auf Grund der Zeugung der Vater des von ihm gezeugten Wortes ist, während die Schöpfung durch das Wort geschaffen worden ist.

Jesus Christus war früher, ehe er in Menschengestalt geboren wurde, als das Wort, die Weisheit, in Gottes Gestalt. Damit ist auf Gott und seine Gestalt hingewiesen, ehe sie von Gott im Wort offenbart wurde. Ist der Sohn der Abglanz von der Herrlichkeit Gottes und das

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Abbild seines Wesens, dann ist Gott wieder selbst der Träger dieser Herrlichkeit, die sein Wesen ist.

Weil Jesus das Ebenbild des unsichtbaren Gottes ist, der Erstgeborene aller Kreatur aus den Toten, deshalb weist er auf die Unsichtbarkeit Gottes hin. Auf diese Weise ist das Dasein Gottes als die erste Offenbarung von Gott bewiesen in seiner Gestalt, seiner Herrlichkeit und der Unsichtbarkeit, als der Vater seines Wortes. Er ist der Vater der Lichter, bei dem keine Veränderung ist noch eine Spur von Wechsel (Jak.1,17), der Vater der Herrlichkeit und (Eph.1,17) der Vater der Geister (Hebr.12,9).

Das Wesen Gottes in der ersten Offenbarung ist die Grundlage für alle weiteren Offenbarungen über den Willen Gottes in der Schöpfung.

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